Herenda - Kunstposition

Künstlerposition von Mirsad Herenda

Mirsad Herenda versteht seine Kunst als Mittel, das Mysterium des Daseins als Ganzes zum

Zentralen Punkt seiner Betrachtung zu machen und dies in seinen Werken widerzuspiegeln. Dabei nimmt er einzelne Wesen oder Gattungen in den Fokus, und bringt dem Betrachter deren unmittelbare Situation in einem konkreten Moment nahe, der geprägt ist durch tiefe Sammlung, Selbstausdruck und den Willen zur Selbstbehauptung.

 

In seinen Werken reklamiert er das Recht auf Leben in all seinen Ausprägungen und lässt den Betrachter den Widerhall davon im eigenen Inneren nachspüren.
Viele Menschen mögen feststellen, dass mit der fortschreitenden Technisierung und der Überantwortung der Taktung unseres Alltags an eine Maschinen- und Computerwelt das Erlebnis des Zusamenhangs mit der lebendigen Natur verblasst. 

 

Viele sind eher fasziniert von der von Menschen geschaffenen Zivilisation und hören im Konzert der Lebewesen oft nur noch das eigene Instrument, gleichsam als bliebe von Haydns Symphonie mit dem Paukenschlag nur noch die Pauke übrig.

Mirsad Herenda möchte auf die Wurzel unserer Existenz hinweisen und haucht auf beeindruckende Weise scheinbar toten Elementen wie Eisen und Bronze „Leben“ ein und fasziniert so den Betrachter. Durch die erstaunliche Lebendigkeit seiner Werke aus der Menschen- Tier- oder Pflanzenwelt bringt Mirsad Herenda eine archaische und mystische Saite zum Klingen und lädt ein zur Wiederentdeckung der eigenen inneren Welt.

 

Seine Werke sind in Rauch und Feuer entstanden und ein Hinweis auf die Beherrschung der Elemente durch den Menschen. Er nutzt diese menschliche Fähigkeit der Metallverarbeitung auch, um sich mit dem Ursprung der Menschheitsentwicklung zu verbinden.

Seit Anbeginn der Menschheit erkennt sich menschlicher Geist im inneren Erleben von Tieren. Wie schon in der Höhlenmalerei von Altamira und anderen Orten zu sehen, war Kunst in ihren Anfangsformen immer ein Akt von Beschwörung und Kontaktaufnahme auch mit der geistigen Sphäre von Tieren. Mirsad Herenda versteht sich in dieser Tradition und will so auf die Verbindung zu unseren ersten Ahnen und Vorfahren hinweisen.

Damals hat der Mensch Tiere als helfende Mitgeschöpfe erlebt, die ihm seine Existenz und Weiterentwicklung ermöglichten.

 

Vielleicht verhilft dem Betrachter z.B. sein Innehalten angesichts eines in Bronze gegossenen Stieres von Mirsad Herenda dazu, darüber nachzudenken, welche Beziehung ihn mit Natur an sich verbindet und was wir Menschen der Gattung „Rind“ zu verdanken haben. Ohne Stier und Kuh hätten wir nicht auf die Entwicklungsstufe gelangen können, die wir heute auf der Erde innehaben. Sie haben uns als eine der ersten domestizierten Gattungen mit ihrem Blut und ihrer Milch unabhängiger von der Jagd gemacht, sie haben uns als Zugtiere gedient und ermöglicht, größere Felder zu bestellen und damit unsere Vermehrung beschleunigt. Ohne Tiere hätte der Mensch nicht zu dem werden können, was wir heute sind.

 

Aber es ist nicht allein Dankbarkeit, die wir anderen Wesen unserer Mitwelt schulden. Moral allein greift hier zu kurz. Es geht um viel mehr als das.
Ebenso wie Indianer bei ihrer Namenssuche - und damit mit der Suche nach ihrem tieferen Selbst - sich in einem Totemtier wiedererkannten, so können wir in jedem Baum, Strauch oder Tier erkennen, was uns mit ihnen verbindet, ja in wie weit wir Teil von ihnen und sie Teil von uns sind.

Alle Geschöpfe dieser Welt, angefangen mit ihren ursprünglichsten Arten, sind lebendig in uns und unseren Zellen enthalten. Selbst die längst ausgestorbenen bereichern uns noch mit dem Schatz ihrer Erfahrung, auch wenn ihre Welten längst untergegangen sind.

Die Schöpfung ist eine unendliche Kette der Anreicherung von Lernprozessen, die sich in der Entwicklung der Arten widerspiegelt und im anwachsenden Bewusstsein ihren Fortgang nimmt, in dem sich der lernende Geist immer bewusster über sich selbst und der Quelle seines Ursprungs wird.

 

Je deutlicher jedem einzelnen werden wird, wie sehr er mit allem Sein verbunden ist, umso fähiger wird er sein, sich als Teil des Ganzen zu verstehen und sich seiner Rolle darin bewusst zu werden.

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